{"id":557,"date":"2018-08-08T06:28:46","date_gmt":"2018-08-08T04:28:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.psychose-seminar.info\/?page_id=557"},"modified":"2018-08-08T06:28:46","modified_gmt":"2018-08-08T04:28:46","slug":"gerechte-bezahlung-bei-psychischer-erkrankung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=557","title":{"rendered":"Gerechte Bezahlung bei psychischer Erkrankung"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema im Psychoseseminar am 21.03.2018 lautet:<\/p>\n<p><strong>\u201eGerechte Bezahlung bei psychischer Erkrankung\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Einstieg &#8211; Herr Schmidt<\/strong> : Zum heutigen Thema \u201eGerechte Bezahlung bei psychischer Erkrankung\u201c m\u00f6chten wir uns mit Ihnen zun\u00e4chst \u00fcber die Frage, ob Sie sich gerecht bezahlt f\u00fchlen austauschen.<\/p>\n<p>Seminarteilnehmer berichten:<\/p>\n<ul>\n<li>Ich hatte eine feste Stelle bei der der Arbeitgeber aber trotz Gutachten nichts an den Rahmenbedingungen des Platzes an dem ich war getan hat, die zur Erkrankung<br \/>\nbeigetragen haben. Letztlich habe ich den Wunsch ge\u00e4u\u00dfert versetzt zu werden. Das hat aber zu Lohnverlust gef\u00fchrt. Die Schwere der Arbeit die folgte f\u00fchrte dann weiter zur Aufgabe der T\u00e4tigkeit beim Arbeitgeber insgesamt. Dann gab es noch eine Reha und daraus resultierende eine neue Ausbildung. Der darauf folgende Wechsel zu einem anderen Arbeitsfeld war auch nicht erfolgreich. Es kamen neue Sch\u00fcbe. Schlussendlich war die Berentung der Weg. Finanziell f\u00fchl(t)e ich mich im Vergleich mit anderen noch gut gestellt.<\/li>\n<li>Zwei weitere Personen berichten von Erfahrungen mit der WFB. Ich habe mich<br \/>\nunterfordert gef\u00fchlt. Ich hatte Langeweile auf der Arbeit und sie war unterbezahlt (Anmerkung des Moderators: dort gilt kein Mindestlohn). Ich habe mich nicht unterst\u00fctzt gef\u00fchlt mit meinen F\u00e4higkeiten, Fertigkeiten und<br \/>\nSt\u00e4rken beruflich gef\u00f6rdert zu werden, was zu meiner Gesundung h\u00e4tte beitragen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Ich hatte keine Wahlm\u00f6glichkeit hinsichtlich der gef\u00f6rderten Ausbildung. Der<br \/>\nEinzelhandelskaufmann war das einzige, was mir angeboten wurde. Ein Jahr nach<br \/>\nAbschluss der Pr\u00fcfung hat ein Gutachten benannt, dass ich f\u00fcr den Beruf nicht<br \/>\ngeeignet bin. Seitdem drehe ich mit dem beruflichen Weg im Kreis, weil mir keine passende Unterst\u00fctzung durch Arbeitsagentur oder Jobcom gew\u00e4hrt wird. Das ist frustierend und die Hartz IV-Leistungen sind nicht ausreichend f\u00fcr das t\u00e4gliche Leben.<\/li>\n<li>Es schlie\u00dfen sich verschiedene Teilnehmer mit Gedanken, wie bekomme ich<br \/>\n\u00fcberhaupt einen Job, und wenn werde ich dann daf\u00fcr gerecht bezahlt?<\/li>\n<li>Komme ich \u00fcberhaupt noch einmal auf den 1. Arbeitsmarkt?<\/li>\n<li>Ist es ratsam seinen Arbeitgeber, wenn man einen Job hat \u00fcberhaupt \u00fcber die Art der Erkrankung zu informieren?<br \/>\nHier schlie\u00dfen sich ein Bericht von einem Teilnehmer an, dass er eine schwierige<br \/>\nMischung aus Unterst\u00fctzungswillen, aber letztendlich Nichthandeln erlebt habe.<\/li>\n<li>Ein Mann berichtet, dass er nun einen Zuverdienst hat. Dort finde er den Stundenlohn angemessen. Das er zum gr\u00f6\u00dften Teil auf die Hartz IV-Leistungen angerechnet wird sei wiederum sehr unbefriedigend.<\/li>\n<li>In weiteren geschilderten Lebensl\u00e4ufen Spiegelung von zu wenig spezifischer<br \/>\nBegleitung und Beratung, die in nicht passenden Arbeitspl\u00e4tzen m\u00fcndeten.<br \/>\nEingliederung in WfB wurde von mehreren Teilnehmenden als Degradierung<br \/>\nempfunden geschildert.<\/li>\n<li>Die Auswirkung auf die finanzielle Situation wird nach Verlust des Arbeitsplatzes von mehreren Teilnehmenden als deutlicher Abstieg beschrieben. Einige schildern wegen der Erkrankung gar keinen Einstieg in die Arbeitswelt gefunden zu haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Pause<\/strong><br \/>\nRes\u00fcmee \u0301 des ersten Teils: Es ist so, dass es schwer oder nicht m\u00f6glich ist auf die H\u00f6he von Bezahlung zu nehmen, sondern es mehr darauf ankommt zu entscheiden, was man f\u00fcr sich als sinnvoll erachtet: Soll ich\/soll ich nicht arbeiten gehen (schlie\u00dft Ehrenamt mit ein) unter den erschwerten Bedingungen? Sammlung an der Flipchart:<\/p>\n<p><strong>PRO<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Sinngebung<\/li>\n<li>Soziale Kontakte<\/li>\n<li>Ansehen<\/li>\n<li>Selbstwert<\/li>\n<li>Ehrenamtliche Arbeit bietet gute Verhandlungsbasis<\/li>\n<li>F\u00f6rderung der Gesundung\/Genesung<\/li>\n<li>Spa\u00df an der Arbeit<\/li>\n<li>Struktur f\u00fcr sich haben<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>KONTRA<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>stupide T\u00e4tigkeiten schaden der Gesundung und auch \u00dcberforderung<\/li>\n<li>Ehrenamt soll regul\u00e4re Arbeit nicht ersetzen<\/li>\n<li>Bezahlung unter Mindestlohn<\/li>\n<li>zu hohe Belastung durch Rahmenbedingungen (z. B. weite Anfahrt)<\/li>\n<li>Arbeits lohnt sich finanziell nicht<\/li>\n<li>zu starke Fremdbestimmung zerst\u00f6rt eigene Stablilisierungsstruktur<\/li>\n<li>Mobbing<\/li>\n<li>Probleme mit Mitarbeitern<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Im Austausch kommt au\u00dferdem die Frage auf: \u201eIn welcher finanziellen Situation<br \/>\nk\u00f6nnen Menschen nach dem Auftreten der Erkrankung eigentlich sein?\u201c<br \/>\nWelche Leistungen gibt es?<\/p>\n<ul>\n<li>Krankengeld<\/li>\n<li>ALG I<\/li>\n<li>Hartz IV<\/li>\n<li>Grundsicherung<\/li>\n<li>Erwerbsminderungsrente<\/li>\n<li>Modelle der vorgezogenen Altersrente<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Von den Teilnehmern werden in dem Gespr\u00e4ch noch folgende Aspekte<br \/>\nangesprochen:<\/p>\n<ul>\n<li>Bef\u00fcrwortung eines bedingungslosen Grundverdienstes<\/li>\n<li>Menschen haben Recht auf Leben und wie soll das aussehen?<\/li>\n<li>Grundsicherung hat nicht den Sanktionsdruck, Rente auch nicht<br \/>\nDasselbe Geld aber, wie mit mir \u201everfahren\u201c wird macht einen gro\u00dfen Unter-<br \/>\nschied<\/li>\n<li>Respekt gegen\u00fcber der Einschr\u00e4nkung durch psychische Erkrankung wird im<br \/>\nSystem nicht wahrgenommen und es fehlt an \u00dcbersichtlichkeit (Frage zur Struktur):<\/p>\n<ul>\n<li>Wie ist es, wenn es \u201eaus der Arbeit heraus\u201c passiert?<\/li>\n<li>Wie ist es, wenn man gar nicht (gefestigt) im Arbeitsleben steht?<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eAus der Arbeit heraus\u201c:\n<ul>\n<li>Krankengeld 18 Monate\/Beamte erhalten Lohnfortzahlung (Kein Krankengeld)<\/li>\n<li>bei fr\u00fchzeitiger Angabe bei der Arbeitsagentur, dass danach keine Aufnahme der Arbeit m\u00f6glich ist ggf. 1 Jahr Leistungen durch die Arbeitagentur (wenn ALGI- Anspruch besteht)<\/li>\n<li>bei Arbeitsf\u00e4higkeit \u00fcber 15 Stunden in der Woche anschlie\u00dfend Zust\u00e4ndigkeit der Jobcom\/Hartz IV<\/li>\n<li>bei Erwerbsminderung (Arbeitsf\u00e4higkeit nicht gegeben) Pr\u00fcfung von Rentenanspruch und Leistungen durch Rententr\u00e4ger oder Grundsicherung durch das Sozialamt bzw. gemischt aus beiden \u201eT\u00f6pfen\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eWenn man nicht im Arbeitsleben steht:\n<ul>\n<li>bei Arbeitsf\u00e4higkeit \u00fcber 15 Stunden in der Woche anschlie\u00dfend Zust\u00e4ndigkeit der Jobcom\/Hartz IV<\/li>\n<li>bei Erwerbsminderung (Arbeitsf\u00e4higkeit nicht gegeben) Grundsicherung<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Ca. 20:30 Uhr<br \/>\n<strong>Abschlussrunde<\/strong>: Ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)<\/p>\n<p><strong>Bedanken bei der Seminargruppe (und dem Gast \/ den G\u00e4sten) \u2013 Hinweis auf das n\u00e4chste Seminar am 18. April zu dem Thema \u201eSelbstf\u00fcrsorge \u2013 Ich bin mir wichtig\u201c.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema im Psychoseseminar am 21.03.2018 lautet: \u201eGerechte Bezahlung bei psychischer Erkrankung\u201c Einstieg &#8211; Herr Schmidt : Zum heutigen Thema \u201eGerechte Bezahlung bei psychischer Erkrankung\u201c m\u00f6chten wir uns mit Ihnen zun\u00e4chst \u00fcber die Frage, ob Sie sich gerecht bezahlt f\u00fchlen austauschen. 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