{"id":34,"date":"1995-01-01T20:26:07","date_gmt":"1995-01-01T18:26:07","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=34"},"modified":"1995-01-01T20:26:07","modified_gmt":"1995-01-01T18:26:07","slug":"presseerklaerung-1995-das-psychose-seminar-in-dueren","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=34","title":{"rendered":"PRESSEERKL\u00c4RUNG 1995: DAS PSYCHOSE &#8211; SEMINAR IN D\u00dcREN"},"content":{"rendered":"<p>Eine Psychose ist wie ein Traum ohne Erwachen, ein Traum, den man als Wirklichkeit erlebt Und dieses Erleben ist mit der h\u00e4ufig qualvollen Erfahrung verbunden, da\u00df einen die anderen nicht mehr verstehen, weil sie in einer anderen Wirklichkeit leben. Umso wichtiger ist eine Verst\u00e4ndigung \u00fcber das Psychoseerleben zwischen Psychoseerfahrenen, Angeh\u00f6rigen oder Freundinnen und Freunden sowie all denen, die beruflich mit psychisch Kranken arbeiten.<\/p>\n<p>Das Psychose &#8211; Seminar in D\u00fcren, das sich im Januar 1995 in Zusammenarbeit mit dem Sozial- psychiatrischen Zentrum Die Kette gebildet hat, hat diese Verst\u00e4ndigung zum Ziel. In den zweimal monatlich stattfindenden Gespr\u00e4chen ging es bisher um Erfahrungen von Mut und Gl\u00fcck, aber auch von Angst und Qual in der Psychose. Auf dieser Grundlage entwickelten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Vorschl\u00e4ge, wie die Verst\u00e4ndigung zwischen den Psychose- erfahrenen und Au\u00dfenstehenden verbessert werden k\u00f6nnen und was f\u00fcr das Leben mit einer Psychose hilfreich und st\u00fctzend ist.<\/p>\n<p>Dabei geht es vor allem darum, die Einweisung in die Klinik soweit m\u00f6glich zu vermeiden und ein Leben mit der Psychose im allt\u00e4glichen Lebenszusammenhang zu erm\u00f6glichen. Dies ist eine Aufgabe, die die Psychose &#8211; Erfahrenen und ihre Angeh\u00f6rigen nicht ohne Unterst\u00fctzung durch Beratungsstellen und soziale Dienste leisten k\u00f6nnen.- Wie im Bereich der Altenpflege durch vielf\u00e4ltige Angebote vielen Senioren erm\u00f6glicht wird, trotz Behinderung und Erkrankung zu Hause statt in einem Pflegeheim leben zu k\u00f6nnen, so k\u00f6nnen psychisch Kranke durch geeignete Hilfen in ihrer gewohnten sozialen Umgebung leben, ohne immer wieder in die Klinik eingewiesen werden zu m\u00fcssen. Solche *Hilfen sind zum Beispiel, da\u00df die Psychose &#8211; Erfahrenen aufgrund der Beratung durch die \u00c4rzte oder \u00c4rztinnen lehrnen, selbst mit Medikamenten umzugehen und ein Gesp\u00fcr f\u00fcr die eigene Krankheit zu entwickeln. Dies setzt voraus, da\u00df die Behandlung zwi- schen Arzt oder Arztin und Patienten gemeinsam vereinbart wird und da\u00df sich die \u00e4rztliche Behandlung nicht nur auf die Phase der akuten psychotischen Sch\u00fcbe beschr\u00e4nkt. Vielmehr mu\u00df der Arzt oder die Arztin in Zusammenarbeit mit Beratungsstellen und sozialen Diensten auch vor und nach den psychotischen Sch\u00fcben als Berater und Vertrauter f\u00fcr den Patienten oder die Patientin zur Verf\u00fcgung stehen. Die \u00e4rztliche Behandlung kann dann eine Hilfe f\u00fcr die Psychoseerfahrenen sein, nach ihren M\u00f6glichkeiten ihr Leben selbst\u00e4ndig und eigenverant- wortlich zu gestalten. Diese Selbst\u00e4ndigkeit wird auch durch eine eigene Wohnung und ein eigenes Einkommen gef\u00f6rdert. Deshalb sollten betreute Wohngemeinschaften ausgebaut wer- den und Vermieter\/innen sowie Arbeitgeber\/innen beraten und unterst\u00fctzt werden, wenn sie Psychoseerfahrenen eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz bieten. Eine solche Beratung bietet zum Beispiel der Psychosoziale Dienst im Sozialpsychiatrischen Zentrum Die Kette in D\u00fcren an.<\/p>\n<p>Eine ambulante Betreuung zu Hause statt der Einweisung in die Klinik erfordert zudem Hilfen f\u00dcr die Angeh\u00f6rigen. Denn ohne solche Hilfen sind sie mit der Aufgabe \u00fcberfordert, mit ihren psychisch kranken Kindern, Partnern oder Eltern zusammenzuleben und ihnen das Leben zu Hause und in der Familie zu erm\u00f6glichen. So m\u00fc\u00dfte ein psychiatrischer Krisendienst zur Verf\u00fcgung stehen, der in Notf\u00e4llen umgehend helfen kann. All diese Hilfen setzen eine Ver\u00e4nde- rung des \u00f6ffentlichen Bewu\u00dftseins voraus, den Umgang mit Psychose &#8211; Erfahrenen als eine \u00f6ffentliche Aufgabe zu begreifen und nicht nur den Kliniken und den Angeh\u00f6rigen zuzuwei- sen.<\/p>\n<p>Das Psychose &#8211; Seminar m\u00f6chte in seiner weiteren Arbeit den Erfahrungsaustausch zwischen den Psychoseerfahrenen, den Angeh\u00f6rigen und den in diesem Bereich beruflich T\u00e4tigen als einen gleichberechtigten Dialog weiterf\u00fchren. Zudem sollen die Vorschl\u00e4ge, wie die Verst\u00e4ndi- gung zwischen den Psychoseerfahrenen und Au\u00dfenstehenden und die M\u00f6glichkeiten ambulan- ter Betreuung verbessert werden k\u00f6nnen, zusammen mit Vertretern und Vertreterinnen der Kli- nik und der psychosozialen Dienste in der Region D\u00fcren diskutiert werden. Zu diesen Sitzun- gen, die jeweils am ersten und dritten Mittwoch im Monat von 18.30 &#8211; 20.00 Uhr im Sozial- psychiatrischen Zentrum Die Kette, D\u00fcren, Zehnthofstr. 10, stattfinden, l\u00e4dt das Seminar alle Interessierten ein.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.psychoseseminar.info\/p-seminar\/1995-pm.htm\" width=\"350\" height=\"75\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Psychose ist wie ein Traum ohne Erwachen, ein Traum, den man als Wirklichkeit erlebt Und dieses Erleben ist mit der h\u00e4ufig qualvollen Erfahrung verbunden, da\u00df einen die anderen nicht mehr verstehen, weil sie in einer anderen Wirklichkeit leben. 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