{"id":322,"date":"2014-12-17T17:03:09","date_gmt":"2014-12-17T15:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=322"},"modified":"2014-12-17T17:03:09","modified_gmt":"2014-12-17T15:03:09","slug":"selbsthilfe-von-der-nachsorge-zum-selbstmanagement","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=322","title":{"rendered":"Selbsthilfe &#8211; von der Nachsorge zum Selbstmanagement"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 17. Dezember 2014 von 19.00 \u2013 21:15 Uhr<\/b><\/p>\n<p>Moderation und Protokoll: Frau Dangel<\/p>\n<p>Das Thema im Psychoseseminar am 17. Dezember 2014 lautet:<\/p>\n<p><b>Einstieg:<\/b><\/p>\n<p>In der Klinik sind die meisten Menschen unsicher und unselbst\u00e4ndig durch die akute Erkrankung. Deshalb wird in der Nachsorge geholfen, wieder selbst\u00e4ndig f\u00fcr die seelische Gesundung zu sorgen. Das bedeutet, zu wissen, wie man Hilfe bekommt.<\/p>\n<p>M\u00f6chte jemand erz\u00e4hlen, wie er \/ sie nach einem Klinikaufenthalt wieder selbst\u00e4ndiger geworden ist?<\/p>\n<p><b>Es wird berichtet:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Bei mir dauerte es sehr lange. Ich war 17 Jahre \u201eDreht\u00fcrpatient. Ich hatte wenig Selbstbewusstsein und eine gro\u00dfe Unsicherheit. Ich habe immer das mitgenommen, was mir gut tat. Geholfen hat mit der Besuch von Selbsthilfegruppen<\/li>\n<li>Als ich vor knapp 15 Jahren die Diagnose paranoide Schizophrenie bekommen hatte und starke Medikamente nehmen musste, war ich sehr m\u00fcde und konnte wenig machen. Ich wollte ganz schnell wieder gesund werden und alles m\u00f6gliche machen, dies waren aber unrealistische Ziele zu diesem Zeitpunkt. Mir wurde gesagt, dass eine Genesung viele Jahre dauern w\u00fcrde. Zu diesem Zeitpunkt war ich mit dieser Aussage sehr unzufrieden, da ich ungeduldig war. Ich habe die meiste Zeit geschlafen und nur am Wochenende einen Nebenjob gemacht. Zwischen 2002 und 2005 gelang es mir jedoch, in einem Berufsf\u00f6rderungswerk eine Ausbildung zu machen und diese auch beenden zu k\u00f6nnen. Aus heutiger Sicht f\u00fcr mich eine Leistung, da ich zu diesem Zeitpunkt immer noch mit sehr starker M\u00fcdigkeit zu k\u00e4mpfen hatte. Allerdings lebte ich auch zu dieser Zeit noch relativ zur\u00fcckgezogen und hatte nur eine Hand voll an sozialen Kontakten. 2005 starb aber auch meine Mutter und ich zog in meine eigene Wohnung, in der ich heute noch lebe. Meine Mutter hatte mir zu ihrer Lehrzeit nie zugetraut, dass ich selbstst\u00e4ndig leben k\u00f6nnte. 2006 merkte ich, dass die Medikation nicht ausreichend war, und ging noch mal in die Klinik dort wurde ich medikament\u00f6s nur eingestellt. Kurze Zeit zuvor besuchte ich erstmalig das Psychoseminar in D\u00fcren. \u00dcber diesen Kontakt und \u00fcber die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Klinik gelangte ich zum betreuten Wohnen von der Kette e.V. ich konnte zum Gl\u00fcck in meiner Wohnung bleiben und mit dieser Unterst\u00fctzung meine Wohnung halten. Zum Angebot was zus\u00e4tzlich zum betreuten Wohnen in der Kette e.V. angeboten wurde, die Fr\u00fchst\u00fccksgruppe, kam ich zunehmend wieder mehr unter Menschen. Nach und nach konnte ich meine Kontakte ausbauen. 2008 wurde ich Mitglied in einem Verein und ich begann meine Arbeit in der Rurtec. Ich lernte noch mehr Leute kennen und wie sie versuchen, mit ihrer Krankheit und dem Leben \u00fcberhaupt umzugehen. Meine ehrenamtlichen T\u00e4tigkeiten hatte ich in der folgenden Zeit weiter ausgebaut. Ich habe gelernt, besser meine Situation und mein Sein darstellen zu k\u00f6nnen und wei\u00df auch mittlerweile, wo man \u00fcberall Hilfe bekommen kann. So konnte ich in 15 Jahren wieder zu einem selbst\u00e4ndigen Leben finden, was nicht selbstverst\u00e4ndlich ist. Ich bin dankbar, mit Unterst\u00fctzung wieder etwas erreicht zu haben.<\/li>\n<li>Manche Patienten kommen immer wieder in die Klinik. Die Klinik macht Angebote aber die Patienten k\u00f6nnen diese nicht immer umsetzen. Viele Patienten wissen nicht, dass der Weg auch lange dauern kann.<\/li>\n<li>Ich hatte einen Suizidversuch im psychotischen Schub, bin auf die Fliesen gefallen, hatte Gelenke gebrochen. Trotzdem habe ich es heute geschafft. Meine damalige Frau ist auch in die Selbsthilfegruppen gegangen. Leider ist unsere Ehe heute geschieden.<\/li>\n<li>Es gibt ein allgemeines Lebensrisiko, dass jeder Mensch hat. Psychisch erkrankte haben ein h\u00f6heres Lebensrisiko.<\/li>\n<li>Betroffene brauchen eine Erkenntnis und Kenntnis \u00fcber die Erkrankung.<\/li>\n<li>Ich lebe nach einem spirituellen Lebensprogramm. Das hilft mir, z. B. das t\u00e4gliche Gebet.<\/li>\n<li>Angeh\u00f6rige sind anders betroffen. Sie fragen sich, wann es \u201eKlick\u201c macht; wann Gesundung und Verst\u00e4ndnis \u00fcber die Erkrankung eintritt.<\/li>\n<li>Bei Psychose ist auch die Einsichtsf\u00e4higkeit betroffen. Das Problem ist, etwas zu planen und planm\u00e4\u00dfig zu verfolgen.<\/li>\n<li>Angeh\u00f6rige haben die Sehnsucht nach einer Genesung und m\u00fcssen in der Akzeptanz unterst\u00fctzt werden bzgl. der Erkrankung.<\/li>\n<li>Ich hatte in der Psychose Paranoia; Angst vor Unbekanntem. Dann habe ich mich in die Konfrontation begeben, habe mich mit der Angst vor diesem Unbekanntem konfrontiert. Die waren technische \u201eEinrichtungen\u201c wie z. B. eine Webcam. Heute gehe ich kreativ mit diesen Dingen um.<\/li>\n<li>Nach der Entlassung haben Patienten auch ganz \u201enormale\u201c Probleme.<\/li>\n<li>Geholfen haben auch Kontakte au\u00dferhalb von Psychiatrie und \u201eonline \u2013 Kontakte\u201c<\/li>\n<li>Selbstmanagement ist so individuelle wie die Erkrankung<\/li>\n<li>Die Klinik sieht die Kooperationsf\u00e4higkeit des Patienten als zentral an.<\/li>\n<li>Betroffene k\u00f6nnte Patienten ihren \u201eGenesungswerg\u201c erz\u00e4hlen und dadurch helfen<\/li>\n<li>Eine gesellschaftliche Akzeptanz w\u00e4re f\u00f6rderlich f\u00fcr die Betroffen und w\u00fcrde Mut machen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>W\u00e4hrend der Gespr\u00e4chsrunde werden auf dem Boden die Nennungen zwei gegen\u00fcberliegenden begriffen zugeordnet:<\/p>\n[table &#8220;7&#8221; not found \/]<br \/>\n\n<p>PAUSE mit Getr\u00e4nken und Keksen<\/p>\n<p>Nach der Pause werden die Themen \/ Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Seminare 2015 gesammelt:<\/p>\n<ul>\n<li>Absetzen von Medikamenten, geht das?<\/li>\n<li>Selbsthilfegruppen<\/li>\n<li>Was ist Psychose \/ Depression<\/li>\n<li>Medikamente und Wirkungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zwei Informationen werden gegeben:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Film \u201eFight Club\u201c stellt satirisch die \u201eAbh\u00e4ngigkeit von Selbsthilfegruppen\u201c dar.<\/li>\n<li>Es gibt eine Erkrankung: Intrakranielle Hypertension\u201c = erh\u00f6hter Hirndruck. Hier sind die Symptome \u00e4hnlich wie bei einem Hirntumor: Kopfschmerzen, Sehst\u00f6rungen, nackenschmerzen, Schwindel\u2026. Auch psychische Symptome k\u00f6nnen bei der Erkrankung auftreten, wie Depression. Es gibt eine Gesellschaft, die sich gegr\u00fcndet hat, um Menschen mit dieser Erkrankung zu unterst\u00fctzen: Deutsche Gesellschaft f\u00fcr intrakranielle Hypertension, <a class=\"external free\" href=\"http:\/\/www.ihev.de\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.ihev.de<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Als Ausklang des Seminars bekommt jeder Teilnehmer ein Blatt auf dem er \/ sie an sich selber W\u00fcnsche richten kann:<\/p>\n<ul>\n<li>Was tut mir gut<\/li>\n<li>Was m\u00f6chte ich ver\u00e4ndern?<\/li>\n<li>Was soll bleiben?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese kann er \/ sie adressiert an sich selber bis zu einem selbstgew\u00e4hlten Zeitpunkt zuhause sichtbar liegen bleiben (Pinnwand \/ K\u00fchlschrank) und sp\u00e4ter nachschauen, was sich davon erf\u00fcllt hat.<\/p>\n<p>Ca. 20:30 Uhr <b>Abschlussrunde:<\/b> Ein Stein wird in die Runde gegeben mit der Frage: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend Verabschiedung und Bedanken bei der Seminargruppe mit dem Hinweis auf das n\u00e4chste Seminar im M\u00e4rz 2015. Die Themen werden auf der homepage des Psychoseseminars und der Kette e. V. unter: <a class=\"external free\" href=\"http:\/\/www.diekettedueren.de\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.diekettedueren.de<\/a> stehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 17. Dezember 2014 von 19.00 \u2013 21:15 Uhr Moderation und Protokoll: Frau Dangel Das Thema im Psychoseseminar am 17. Dezember 2014 lautet: Einstieg: In der Klinik sind die meisten Menschen unsicher und unselbst\u00e4ndig durch die akute Erkrankung. Deshalb wird in der Nachsorge geholfen, wieder selbst\u00e4ndig f\u00fcr die seelische Gesundung zu sorgen. 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