{"id":318,"date":"2014-10-15T16:57:05","date_gmt":"2014-10-15T14:57:05","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=318"},"modified":"2014-10-15T16:57:05","modified_gmt":"2014-10-15T14:57:05","slug":"angst-im-umfeld-psychischer-erkrankungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=318","title":{"rendered":"Angst im Umfeld psychischer Erkrankungen"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 15. Oktober 2014 von 19.00 \u2013 21:15 Uhr<\/b><\/p>\n<p>Moderation und Protokoll: Frau Dangel<\/p>\n<p><b>Einstieg:<\/b><\/p>\n<p>Zum Einstieg m\u00f6chten wir die Frage stellen \u201eWas ist gesunde, normale Angst? Herr Schmidt hat dazu folgende Gedanken:<\/p>\n<p>\u201eIm Leben braucht man genug Angst, um Respekt vor gef\u00e4hrlichen Situationen zu haben. Und man braucht genug Mut, um Dinge bzw. das Leben voranzutreiben. Es braucht die Ausgewogenheit zwischen Mut und Angst.\u201c<\/p>\n<p>Es wird die Frage an die Teilnehmer \/ innen gestellt:<\/p>\n<p>Was ist gesunde Angst? Wovor hatten Sie schon einmal Angst\u2026.als<\/p>\n<ul>\n<li>Betroffener<\/li>\n<li>Angeh\u00f6riger<\/li>\n<li>Fachmann \/ frau<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es werden Karten ausgegeben, auf die jeweils eine Angst und der Bezug aufgeschrieben werden soll. Nun werden die Karten kurz erl\u00e4utert und auf dem Boden den 3 A4 Bl\u00e4ttern (Angeh\u00f6rige \/ Betroffene \/ Fachmann \/ frau) zugeordnet.<\/p>\n<p>Schnell wird deutlich:<\/p>\n<p>Angst l\u00e4sst sich nicht einteilen. Angst ist menschlich und individuell. \u00c4ngste werden gesellschaftlich negativ besetzt und als Schw\u00e4che ausgelegt. Angst ist immer dann schlecht, wenn sie das Leben hemmt.<\/p>\n<p>Gesunde Angst sch\u00fctzt davor, in gef\u00e4hrlichen Situationen nicht leichtsinnig zu handeln, sagt ein Angeh\u00f6riger. Kranke Angst ist irrational und kann zu gef\u00e4hrlichen Situationen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Es kommen folgende Fragen auf:<\/p>\n<p>Kann man sich eine gesunde Angst antrainieren? Gibt es auch zu wenig Angst vor Gefahren? Ist Angst gelernt?<\/p>\n<p>Angst ist gesellschaftlich bewertet und soll vor Gefahren sch\u00fctzen. Als Beispiel wurde die Angst vor Schlangen in Indien genannt. Die Angst bezieht sich dann weniger auf die Schlangen als auf die damit verbundenen Schmerzen oder die Schelte der Eltern.<\/p>\n<p>Ein Angeh\u00f6riger dr\u00fcckt es so aus: Angst ist das Nichtwissen. Den Unterschied zwischen normal und anormal gibt es nicht. Die Gesellschaft bestimmt auf der Basis des allgemeinen Wissens, was gesunde Angst ist und was nicht.<\/p>\n<p>Anerzogen ist auch Misstrauen, z. B. in der Dunkelheit (das etwas passiert).<\/p>\n<p>Genannt wird zus\u00e4tzlich die mediale Angst, d. h. Angst durch und vor Medien (Kriegsberichte, bestimmte Gruppen, Krankheiten)<\/p>\n<p>Auch Kontrollverlust kann zu Angst f\u00fchren, z. B. krankheitsbedingt.<\/p>\n<p><b>Betroffenen nennen noch folgende \u00c4ngste:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcberwachungsangst, z. B. vor Kameras<\/li>\n<li>Angst vor allwissenden Gottheiten<\/li>\n<li>Angst in der Schule wegen \u00c4rger bei schlechten Noten<\/li>\n<li>Angst vor Ver\u00f6ffentlichung pers\u00f6nlicher Geheimnisse<\/li>\n<li>Angst in die Ecke gedr\u00e4ngt zu werden<\/li>\n<li>Oftmals zu wenig Angst &gt; zu hohe Risikobereitschaft<\/li>\n<li>Verlust\u00e4ngste<\/li>\n<li>Angst Briefkasten zu leeren, ans Telefon zu gehen, mails zu lesen, da immer und immer wieder \u00c4mter, Krankenkasse, Rentenversicherung, \u00c4rzte usw. irgendwelche Antr\u00e4ge \/ Formulare ausgef\u00fcllt haben wollen.<\/li>\n<li>Angst, dass man wieder was machen muss und daf\u00fcr viel zu krank und \u00fcberfordert ist!<\/li>\n<li>Angst vor einem genommenen Kredit zum Kaufen eines Hauses (ungesunde Angst)<\/li>\n<li>Angst vor einem Stromschlag (gesunde Angst)<\/li>\n<li>Angst vor einem Telefonanruf von der Baustelle oder von der Rehaklinik (in der Depression)<\/li>\n<li>Angst in der Psychose<\/li>\n<li>Im psychotischen Schub Wandel von Hochgef\u00fchl in Angstgef\u00fchl; Angst vor bestimmten Dingen; nur ein Gef\u00fchl der Angst (ohne Grund)<\/li>\n<li>Angst vor Ungewissheit<\/li>\n<li>Angst, nicht zu gen\u00fcgen; daher Versagensangst<\/li>\n<li>Angst jemanden zu schaden<\/li>\n<li>Angst abgelehnt zu werden<\/li>\n<li>Angst vor Einsamkeit<\/li>\n<li>Angst vor Wasser (als Kleinkind fast ertrunken)<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Angeh\u00f6rige nennen noch folgende \u00c4ngste:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Ich war wie gel\u00e4hmt, wusste nicht mehr, wie man eine Tasche packt, als mein Mann sich ein Messer in den Bauch gerammt hatte (im Schub)<\/li>\n<li>Zukunftsangst &gt; wie weiterleben?<\/li>\n<li>Angst vor Feuer (bei Abwesenheit); Angst bei Konflikten<\/li>\n<li>Was macht die Krankheit mit einem Kind?<\/li>\n<li>Unberechenbarkeit des Akutzustandes<\/li>\n<li>Gesunde Angst macht nicht ohnm\u00e4chtig.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>In der Psychiatrie T\u00e4tige nennen noch folgende \u00c4ngste:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Angst= Respekt vor m\u00f6glichen Gefahren &gt; normal<\/li>\n<li>Angst = Vermeiden von neuen Erfahrungen &gt; ungesund<\/li>\n<li>Als Person: Angst vor Kunden, Pr\u00fcfungen, hohen Br\u00fccken<\/li>\n<li>Angst im Fahrstuhl, vor Krankheit, politischem Irrwitz; gesunde Angst ist alles, was uns vor dem \u00dcberleben sch\u00fctzt.<\/li>\n<li>Angst vor Krankheit<\/li>\n<li>Ich empfinde Angst, wenn ich die Kontrolle z. B. \u00fcber Situationen, Menschen, mein Leben verliere.<\/li>\n<li>Gesunde Angst schr\u00e4nkt mich nicht im Alltag ein; Ungesunde Angst ist z. B. wenn ich das Haus nicht mehr verlassen will.<\/li>\n<li>Es gibt Angst aus mir selbst heraus, z. B. Krankheit und Angst von au\u00dfen, z. B. vor anderen Menschen<\/li>\n<\/ul>\n<p>PAUSE<\/p>\n<p>Jetzt m\u00f6chten wir herausfinden: <b>\u201eWas hilft bei Angst?\u201c<\/b><\/p>\n<p>Es wird genannt:<\/p>\n<ul>\n<li>Angst vermeiden, wobei die Angst einen \u201emiesen Charakter\u201c hat, sie sucht sich dann andere Wege<\/li>\n<li>Trainieren, d. h. sich mit der Angst konfrontieren (dosiert); durch die Angst gehen.<\/li>\n<li>Rationalisieren, d. h. klar machen, dass das Risiko nur gering ist (sich den schlimmsten Fall vorstellen, was passieren k\u00f6nnte).<\/li>\n<li>Es hilft zu wissen, wo die Angst herkommt, um sie zu bearbeiten<\/li>\n<li>Verhaltenstherapie hilft<\/li>\n<li>Medikamente helfen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Angesprochen wird noch, dass Angst zu Aggressionen f\u00fchren kann und umgekehrt und dass Panik auch als Stressnachwirkung auftreten kann.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend wird festgestellt, dass Angst ein gesellschaftliches Tabuthema ist.<\/p>\n<p>Ca. 20:45 Uhr<\/p>\n<p><b>Abschlussrunde:<\/b> Ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)<\/p>\n<p>Verabschiedung und Bedanken bei der Seminargruppe (und dem Gast \/ den G\u00e4sten) \u2013 Hinweis auf das n\u00e4chste Seminar am <b>19. November zu dem Thema \u201eSoteria \u2013 alternative Behandlungsmethode f\u00fcr akut psychoseerkrankte Menschen\u201c<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 15. Oktober 2014 von 19.00 \u2013 21:15 Uhr Moderation und Protokoll: Frau Dangel Einstieg: Zum Einstieg m\u00f6chten wir die Frage stellen \u201eWas ist gesunde, normale Angst? Herr Schmidt hat dazu folgende Gedanken: \u201eIm Leben braucht man genug Angst, um Respekt vor gef\u00e4hrlichen Situationen zu haben. 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