{"id":296,"date":"2013-05-15T19:14:59","date_gmt":"2013-05-15T17:14:59","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=296"},"modified":"2013-05-15T19:14:59","modified_gmt":"2013-05-15T17:14:59","slug":"integration-psychisch-erkrankter-in-das-soziale-umfeld-wie-geht-das","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=296","title":{"rendered":"Integration psychisch Erkrankter in das soziale Umfeld &#8211; wie geht das?"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 15.05.2013 von 19.00 \u2013 20:45 Uhr<\/b><\/p>\n<p>Moderation: Frau Sieburg &#8211; Protokoll: Frau Hamacher<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst werden das Auditorium und die anwesenden G\u00e4ste begr\u00fc\u00dft, u. a. auch Herr Dr. Plum (LVR Klinik D\u00fcren).<\/p>\n<p>Der Einstieg erfolgt mit der Frage: Wer geh\u00f6rt alles zum sozialen Umfeld?<\/p>\n<p>Eine Karte mit einem gro\u00dfen ICH (steht f\u00fcr Gesunde) wird in die Mitte des Bodens gelegt. Die Nennungen werden auf Karten geschrieben und auf dem Boden um das ICH verteilt.<\/p>\n<p>Familie \u2013 Beruf \u2013 Kontakte &#8211; Freunde \u2013 Nachbarn \u2013 Vereine \u2013 Kirche \u2013 Gesch\u00e4fte \u2013 Schule \u2013 Uni &#8211; Freizeit \u2013 Hobbys \u2013 Tiere \u2013 Ehrenamt<\/p>\n<p>Dann wird das ICH herum gedreht. Ein verzehrtes ICH (steht f\u00fcr den psychisch Erkrankten) wird sichtbar.<\/p>\n<p>Es wird nun diskutiert, wie man als Betroffener integriert werden kann oder sich selber auf den Weg macht.<\/p>\n<p>Es wird von einem Besucher gesagt, dass R\u00fcckzug der erste Schritt ist, keine sozialen Kontakte mehr zu haben. Folgende Nennungen werden auch benannt:<\/p>\n<p>Ein Betroffener teilt mit, dass f\u00fcr ihn der R\u00fcckzug der erste Schritt ist, soziale Kontakte aufzugeben. Nachfolgend gibt es weitere Nennungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Familie wendet sich ab<\/li>\n<li>Freunde ziehen sich zur\u00fcck<\/li>\n<li>Nachbarn verhalten sich abwertend<\/li>\n<li>Menschen sind verunsichert<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nachfolgend wird eine Diskussion dar\u00fcber gef\u00fchrt, wie Erkrankte in das soziale Umfeld integriert bleiben k\u00f6nnen und wie Betroffene dies selbst\u00e4ndig bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Betroffenen kann auch das Halten von Haustieren helfen. Hier erfahren sie Zuneigung und haben zudem eine verbindliche Aufgabe. Besonders Hunde werden als \u201etreue Begleiter\u201c empfunden. Hier ist der Mensch zudem gefordert, t\u00e4glich raus zu gehen. Hierdurch ergeben sich auch soziale Kontakte.<\/p>\n<p>Es wird besprochen, wie soziale Kontakte erneuert und aufrecht gehalten werden k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Abstand von der Krankheit nehmen<\/li>\n<li>Zeit lassen (langsam und mit Ruhe)<\/li>\n<li>Nicht nur mit Betroffenen zusammen sein<\/li>\n<li>Ehrenamtliche T\u00e4tigkeiten<\/li>\n<li>Sich in Vereinen anschlie\u00dfen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Anlaufstellen f\u00fcr soziale Kontakte k\u00f6nnen sein:<\/p>\n<ul>\n<li>Selbsthilfegruppen<\/li>\n<li>Integrationsfachdienst (bei Fragen zur beruflichen Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt)<\/li>\n<li>Psychoseseminar<\/li>\n<li>Traumatherapie<\/li>\n<li>Offener Treff des Sozialpsychiatrischen Zentrums<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es entsteht eine Diskussion \u00fcber Hindernisse f\u00fcr Betroffene. Folgenden Aussagen werden gemacht:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine Akuttherapie ist in der LVR Klinik D\u00fcren nicht m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Die menschliche Ebene zwischen Profi und Patient ist ausschlaggebend. Sie wird nicht immer ber\u00fccksichtigt.<\/li>\n<li>Es ist schwer, die richtige Dosierung bei Medikamenten zu finden.<\/li>\n<li>Der Patient wird mit Medikamenten oft ruhig gestellt und kann deshalb kaum noch Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen.<\/li>\n<li>Betroffene w\u00fcnschen sich andere Arbeitsm\u00f6glichkeiten, die besser zum erlernten Beruf passen und nicht nur Arbeitspl\u00e4tze in den Werkst\u00e4tten f\u00fcr Behinderte.<\/li>\n<li>Betroffene w\u00fcnschen sich mehr F\u00f6rderung im Hinblick auf Weiterbildung und Umschulung<\/li>\n<li>Es gibt zu wenig Unterst\u00fctzung auf dem Weg der Integration<\/li>\n<\/ul>\n<p>Res\u00fcmierend wird festgestellt, dass das Zusammensein mit Tieren sehr wertvoll sein kann auf dem Weg der Genesung und Integration.<\/p>\n<p>Das Thema kann in diesem Seminarrahmen nicht zufriedenstellend beantwortet werden; daher wird gew\u00fcnscht, dieses in einem weiteren Seminar aufzugreifen.<\/p>\n<p>Eine Angeh\u00f6rige gibt an, dass es nie eine perfekte L\u00f6sung gibt, sonder nur individuelle L\u00f6sungswege.<\/p>\n<p>Die Vorbereitungsgruppe verabschiedet sich und bedankt sich f\u00fcr das Kommen der Interessierten, besonders bei Herrn Dr. Thorsten Plum von der LVR Klinik D\u00fcren.<\/p>\n<p>Es wird der Hinweis auf das n\u00e4chste Seminar am: 19. Juni 2013 gegeben; mit dem Thema:<\/p>\n<p>\u201eAngebote f\u00fcr psychisch Erkrankte au\u00dferhalb der Klinik \u2013 welche gibt es? \u201c<\/p>\n<p>Bei der Abschlussrunde wird ein Stein in die Runde gegeben. Jede \/ r, der m\u00f6chte, sagt, was Ihm diese Veranstaltung gebracht hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 15.05.2013 von 19.00 \u2013 20:45 Uhr Moderation: Frau Sieburg &#8211; Protokoll: Frau Hamacher Zun\u00e4chst werden das Auditorium und die anwesenden G\u00e4ste begr\u00fc\u00dft, u. a. auch Herr Dr. Plum (LVR Klinik D\u00fcren). Der Einstieg erfolgt mit der Frage: Wer geh\u00f6rt alles zum sozialen Umfeld? 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