{"id":254,"date":"2010-10-20T17:53:18","date_gmt":"2010-10-20T15:53:18","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=254"},"modified":"2010-10-20T17:53:18","modified_gmt":"2010-10-20T15:53:18","slug":"leben-mit-der-psychose-neue-chancen-neue-moeglichkeiten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=254","title":{"rendered":"Leben mit der Psychose &#8211; neue Chancen, neue M\u00f6glichkeiten"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 20.10.2010 von 19.00 \u2013 20.45 Uhr<\/b><\/p>\n<p>Moderation und Protokoll: Fr. Kinzel<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst erfolgt die Begr\u00fc\u00dfung des Auditoriums und der G\u00e4ste: Frau Nicolai (Krankenhausseelsorge Rhein.Kliniken, DN); Frau Schebesta (K\u00fcnstlerin); Frau Bongartz (Schatzkiste D\u00fcren: Kontakt- u. Partnervermittlung f\u00fcr Menschen mit Behinderung)<\/p>\n<p><b>1.Wie kann ein Leben mit der Psychose m\u00f6glichst positiv gestaltet werden? Welche (neuen) M\u00f6glichkeiten gibt es bzgl. dem Umgang mit einer Psychose in den folgenden Bereichen:<\/b><\/p>\n<p><b>Beruf\/Arbeit:<\/b><\/p>\n<p>Es erfolgte eine rege Diskussion der Teilnehmer; unterschiedliche Aspekte wurden eingebracht:<\/p>\n<p>&#8222;Zu arbeiten ist in einer akuten Psychose nicht m\u00f6glich\u201c<\/p>\n<p>In vielen Berufszweigen ist keine Teilzeitbesch\u00e4ftigung m\u00f6glich (z.B. IT-Branche); der Wunsch nach einer Teilzeitstelle scheint aber bei vielen Betroffenen w\u00fcnschenswert, um eine \u00dcberforderung durch regul\u00e4re Arbeitszeiten zu verhindern: &#8222;Leistungsarbeit als &#8222;Gift\u201c f\u00fcr die Erkrankung\u201c.<\/p>\n<p>In unserer Leistungsgesellschaft werden teils unm\u00f6glich hohe Anforderungen gestellt.<\/p>\n<p>Besonders schwierig ist es f\u00fcr Menschen, die in jungen Jahren psychisch erkranken, dann kann h\u00e4ufig keine Berufsausbildung statt finden, nicht beruflich &#8222;Fu\u00df gefasst\u201c werden, so dass diese Betroffenen sehr h\u00e4ufig sp\u00e4ter von Grundsicherung leben m\u00fcssen<\/p>\n<p><b>Als M\u00f6glichkeit wird hier von einem Teilnehmer benannt:<\/b><\/p>\n<p>Ausbildung in einem Berufsf\u00f6rderungswerk\/Behindertenwerkstatt, welche den Vorteil hat, dass dort angemessener auf die Menschen mit psychischer Behinderung eingegangen wird, man von hier aus eine Perspektive entwickeln kann, oder dort weiter arbeiten kann (Hier wird angemerkt, dass das zwar f\u00fcr viele nicht ihr Traumberuf sei (z.B. eigentlich unter den M\u00f6glichkeiten\/der Intelligenz\/dem K\u00f6nnen desjenigen liegt), aber den Vorteil bietet, zur Erwerbsunf\u00e4higkeitsrente\/Grundsicherung eine Zuverdienstm\u00f6glichkeit zu haben; sich einen Rentenanspruch zu erwerben; die T\u00e4tigkeit bringt Struktur in den Alltag (fr\u00fch aufstehen); M\u00f6glichkeit der sozialen Kontakte (Kollegen)<\/p>\n<p>Eine Teilnehmerin gibt an, dass sich f\u00fcr Sie durch die Tatsache, nicht mehr berufst\u00e4tig sein zu k\u00f6nnen die Chance ergeben hat, Ehrenamtlich t\u00e4tig zu sein und die M\u00f6glichkeit geboten hat, sich selbst zu verwirklichen (z.B. kreative Projekte); den Freiraum erm\u00f6glicht hat, Dinge zu tun, die man gerne macht und darin erfolgreich zu sein.<\/p>\n<p>Eine Teilnehmerin berichtet, dass evtl. Selbst\u00e4ndig\/Freiberuflich zu arbeiten eine M\u00f6glichkeit bieten kann.<\/p>\n<p><b>Freizeit\/Kreative Arbeit:<\/b><\/p>\n<p>Verschiedene Freizeitaktivit\u00e4ten\/Kreative Arbeiten werden genannt, die Chancen und M\u00f6glichkeiten bieten, mit der Psychose sinnvoll und kreativ umzugehen:<\/p>\n<ul>\n<li>Musik<\/li>\n<li>freie Zeit (kein Leistungsdruck, freie Zeiteinteilung, je nach Verfassung)<\/li>\n<li>Sprachlich (z.B. Gedichte, Texte verfassen)<\/li>\n<li>Fotografieren<\/li>\n<li>Kreative Arbeiten (malen, Tonarbeiten etc.)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die K\u00fcnstlerin Annegret Ilse Schebesta stellt in diesem Zusammenhang ihr Buch &#8222;Bilder als Spiegel meiner Seele&#8220; vor (zu bestellen \u00fcber &#8222;Die Kette e.V.\u201c, Zehnthofstra\u00dfe 10, D\u00fcren, Tel. 14731) und berichtet \u00fcber ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit ihren Werken und der Erstellung ihres Buches als M\u00f6glichkeit:<\/p>\n<ul>\n<li>darin Sinn zu finden bis hin zu einer Lebensaufgabe<\/li>\n<li>den Gesundungsprozess\/Verarbeitungsprozess durch einen Schaffensprozess zu beschleunigen\/zu erreichen<\/li>\n<li>Steigerung des Selbstbewusstseins, wenn man selbst etwas schafft, oder auch durch positive R\u00fcckmeldungen von anderen Menschen das eigene &#8222;Facettenreichtum\u201c zum Ausdruck bringen<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Spiritualit\u00e4t<\/b><\/p>\n<p>Der Begriff Spiritualit\u00e4t \/ Religiosit\u00e4t wird kontrovers diskutiert. Ein Teilnehmer merkt z.B. an, dass nicht jeder Mensch religi\u00f6s\/spirituell sei und es demnach auch nicht f\u00fcr jeden eine Chance \/ M\u00f6glichkeit zum Leben mit der Psychose biete.<\/p>\n<p>Frau Nicolai, Klinikseelsorgerin in den Rheinischen Kliniken D\u00fcren m\u00f6chte den Begriff weiter fassen und sieht darin eine Chance f\u00fcr:<\/p>\n<ul>\n<li>Gespr\u00e4che \/ Austausch<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung bei der Selbstfindung<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung bei Sinn- oder Wahrheitssuche<\/li>\n<li>M\u00f6glichkeit f\u00fcr Rituale \/ Struktur \/ Halt<\/li>\n<li>sie sieht sich in ihrer Berufsrolle als Seelsorgerin als \u201ePfadfinder\u201c \/ Wegbegleiterin<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Medikamente und Psychotherapie<\/b><\/p>\n<p>Es wird benannt, dass Medikamente und Psychotherapie eine M\u00f6glichkeit bieten, Stabilit\u00e4t zu erlangen, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten; sich auszutauschen.<\/p>\n<p><b>Soziales Netzwerk<\/b><\/p>\n<p>Als hilfreich werden genannt:<\/p>\n<ul>\n<li>Freundschaften<\/li>\n<li>Familie<\/li>\n<li>Vereine<\/li>\n<li>Kollegen<\/li>\n<li>Beziehungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Frau Bongartz von der &#8222;Schatzkiste D\u00fcren\u201c, einer Kontakt- und Partnervermittlung f\u00fcr Menschen mit Behinderung stellt das Angebot des Rheinischen Blindenf\u00fcrsorgevereins D\u00fcren vor:<\/p>\n<p><b>Partnervermittlungsangebot f\u00fcr Menschen mit k\u00f6rperlicher oder psychischer Behinderung<\/b><\/p>\n<p>Jedoch auch zur Vermittlung von Bekannten\/Freizeitpartnern mit gemeinsamen Interessen z.B. gemeinsames Musizieren, Unternehmungen etc\u2026<\/p>\n<ul>\n<li>M\u00f6glich f\u00fcr Menschen ab 18 Jahre<\/li>\n<li>10, &#8211; Euro einmaliger Kostenbeitrag<\/li>\n<li>Einzelgespr\u00e4che sind m\u00f6glich<\/li>\n<li>1 x pro Monat gibt es dort das Angebot der &#8222;Schwatzkiste\u201c \u2013 einem Offenen Treff, der ohne Anmeldung besucht werden kann<\/li>\n<\/ul>\n<p>Abschlussrunde &#8211; ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht? (Was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)<\/p>\n<p>Verabschiedung und Bedanken bei den G\u00e4sten.<\/p>\n<p><b>Literaturhinweise:<\/b><\/p>\n<p>Annegret Ilse Schebesta: &#8222;Bilder als Spiegel meiner Seele&#8220; (zu bestellen \u00fcber \u201eDie Kette e.V.\u201c, Zehnthofstra\u00dfe 10, D\u00fcren, Tel. 14731)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 20.10.2010 von 19.00 \u2013 20.45 Uhr Moderation und Protokoll: Fr. Kinzel Zun\u00e4chst erfolgt die Begr\u00fc\u00dfung des Auditoriums und der G\u00e4ste: Frau Nicolai (Krankenhausseelsorge Rhein.Kliniken, DN); Frau Schebesta (K\u00fcnstlerin); Frau Bongartz (Schatzkiste D\u00fcren: Kontakt- u. Partnervermittlung f\u00fcr Menschen mit Behinderung) 1.Wie kann ein Leben mit der Psychose m\u00f6glichst positiv gestaltet werden? Welche [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":14,"menu_order":-102,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/254"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=254"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/254\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/14"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}