{"id":165,"date":"2005-05-18T15:18:29","date_gmt":"2005-05-18T13:18:29","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=165"},"modified":"2005-05-18T15:18:29","modified_gmt":"2005-05-18T13:18:29","slug":"von-der-droge-in-die-psychose-cannabis-und-co-als-einstieg-in-den-abstieg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=165","title":{"rendered":"Von der Droge in die Psychose \u2013 Cannabis und Co als Einstieg in den Abstieg?"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 18.05.2005<\/b><\/p>\n<p>Von psychotischen St\u00f6rungen durch \u201epsychotope Substanzen spricht man, wenn Halluzinationen Personenverkennungen, (Verfolgungs-) Wahn,\u2026\u2026.w\u00e4hrend oder unmittelbar nach dem Substanzgebrauch auftreten. Die St\u00f6rung geht typischerweise innerhalb eines Monats zumindestens teilweise, innerhalb von 6 Monaten vollst\u00e4ndig zur\u00fcck. Doppeldiagnose Psychose und Abh\u00e4ngigkeit \u201eDie sog. \u201eDoppeldiagnosen\u201c bezeichnen, dass jemand, der an einer Psychose erkrankt ist, au\u00dferdem noch Medikamenten- Alkohol oder Drogenabh\u00e4ngig ist. Die so genannte drogeninduzierte Psychose ist vor allem eine Psychose eines Teils der heutigen Jugend. Ausgel\u00f6st durch den Konsum psychotroper Substanzen wie: Heroin, Kokain, Amphetamine, LSD, Extasy, Cannabis. Cannabis wird dabei in seiner Wirkung meist untersch\u00e4tzt. Es handelt sich nicht mehr um den Stoff der \u201e60er mit 2% THC, sondern um hochgez\u00fcchtetes mit 20% THC. Von daher ist Cannabis eine sehr komplex wirksame Droge. Man spricht auch immer h\u00e4ufiger von: Cannabis induzierten Psychosen. Es enth\u00e4lt viele Alkaloide und ist zuerst im Blut zu finden, lagert sich aber dann bald in fettreiche K\u00f6rperregionen ein, da es lipophil (fettl\u00f6slich) ist. U.a. in das fettreichste Organ, das Gehirn. Der THC \u2013 Wirkspiegel ist abh\u00e4ngig vom Blutspiegel. Extremreize wie mehrn\u00e4chtlicher Schlafentzug k\u00f6nnen psychotische Situationen ausl\u00f6sen. Eine schwedische Studie besagt, dass auch lange Jahre zur\u00fcckliegender Cannabiskonsum in der Gegenwart zur Exazerbation (Ausbruch) einer Psychose oder zu deren Verschlimmerung beitragen kann, da in bestimmten Hirnregionen daf\u00fcr Voraussetzungen geschaffen wurden. Zudem tritt ein Lungencarzinom mit ungekl\u00e4rter Ursache geh\u00e4uft auf. Die Komorbidit\u00e4t (Psychose und Drogenabh\u00e4ngigkeit) tritt zunehmend geh\u00e4uft auf. Literaturhinweis: Dr. L\u00f6hrer: Sucht und Psychose AFV &#8211; Verlag Dr. L\u00f6hrer Spezialklinik am Waldsee, 56745 Rieden (S\u00fcdeifel), Dort wird Therapie f\u00fcr junge Betroffene bis 35 J. angeboten. Erschwerend tritt der immer h\u00e4ufiger fehlende Versicherungsschutz (u. a. seit Hartz IV) f\u00fcr 15% der Betroffenen. Dr. L\u00f6hrer hat guter Erfolge mit atypischen Neuroleptika (ohne Sp\u00e4tdyskinesie). Er berichtet, dass 50% der drogenabh\u00e4ngigen Patienten nach bestimmten Therapiekonzepten wieder in geordnete Wohn- und Arbeitsverh\u00e4ltnisse entlassen werden. F\u00fcr Psychosefreiheit ist Drogenverzicht unabdingbar. Spezialiesierte Behandlungsstrukturen sind in der Therapie n\u00f6tig. (z. B. nicht \u00fcberfordernde Arbeitstherapie, wobei nicht durchg\u00e4ngige Konzentration n\u00f6tig ist, wie z. B. beim Bedienen eines Bauger\u00e4tes). Wohnheime sollten sich zunehmend \u201epsychiatrisieren\u201c. Zeitnaher Informationsfluss im multiprofessionellen Team; z. B. ein festgesetzter Psychiater f\u00fcr Patienten, damit kein \u201eDoktorhopping\u201c Und damit unkontrollierter Medikamentenkonsum m\u00f6glich ist. Dr. L\u00f6hrer arbeitet mit der Methode der \u201eKlassische Motivationsarbeit\u201c mit dem Ziel der Einsicht des Abh\u00e4ngigen, dass mit dem Drogenkonsum ein Problem besteht. Siehe auch: Kunert: \u201eCannabis \u2013 das untersch\u00e4tzte Kraut\u201c Die Komplikationen der Psychose durch die Suchtstoffabh\u00e4ngigkeit kann ein Grund sein, \u00e4hnliches wie beim \u201eDreht\u00fcrpatienten\u201c eine l\u00e4ngere station\u00e4re Behandlungsphase einzuschalten, um zu einer Stabilisierung beizutragen und die R\u00fcckkehr in ein ver\u00e4ndertes soziales Milieu einzuleiten. Dr. L\u00f6hrer behandelt die Psychose nach der Entgifftungsphase mit atypischen Neuroleptika (z. B. Seroquel, Soliasn, Albilify, Risperdal, Zyprexa) und da anschlie\u00dfend meist eine depressive Phase mit grosser Antriebssch\u00e4che einsetzt \u2013 2z\u00fcgig gekoppelt mit Antidepressiva.<\/p>\n<p>Zu den vielen Informationen gibt es zwischen durch immer wieder Fragen und Erfahrungsberichte. Hr. Dr. L\u00f6hrer geht um 20.45 Uhr weil er noch einen wichtigen Termin hat.<\/p>\n<p>Es wird noch auf das n\u00e4chste Psychoseseminar am 15.06.2005 mit dem Thema: Psychose und Aggression aufmerksam gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 18.05.2005 Von psychotischen St\u00f6rungen durch \u201epsychotope Substanzen spricht man, wenn Halluzinationen Personenverkennungen, (Verfolgungs-) Wahn,\u2026\u2026.w\u00e4hrend oder unmittelbar nach dem Substanzgebrauch auftreten. Die St\u00f6rung geht typischerweise innerhalb eines Monats zumindestens teilweise, innerhalb von 6 Monaten vollst\u00e4ndig zur\u00fcck. 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