{"id":141,"date":"2003-10-15T08:58:33","date_gmt":"2003-10-15T06:58:33","guid":{"rendered":"https:\/\/psychose-seminar.info\/?page_id=141"},"modified":"2003-10-15T08:58:33","modified_gmt":"2003-10-15T06:58:33","slug":"erfahrungen-mit-der-krise-wohin-in-der-krise-welche-moeglichkeiten-bietet-dueren","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psychose-seminar.de\/?page_id=141","title":{"rendered":"Erfahrungen mit der Krise &#8211; Wohin in der Krise? Welche M\u00f6glichkeiten bietet D\u00fcren?"},"content":{"rendered":"<p><b>Protokoll des Psychoseseminars vom 15.10.2003<\/b><\/p>\n<p>Anwesend 16 Personen, Gastarzt aus der RLK DN Herr Dr. Dereycke, Fr. Dr. Knittel;<\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung ging es darum zu eruieren, welche Erfahrungen jemand mit \u201eKrise\u201cgemacht hat.<\/p>\n<p><b>1. Es kam themenbezogen zu lebhaften und interessanten Schilderungen.<\/b><\/p>\n<p>Als Stichworte f\u00fcr krisenhaftes Erleben wurde gesagt: viel schlafen, Antriebs- und Lustlosigkeit, nicht schlafen, Verwirrung; ungeordnet sein, Hilflosigkeit, Unsicherheit gegen\u00fcber der eigenen Grenzsetzung den Betroffenen gegen\u00fcber, Verantwortungsgef\u00fchl und die Grenze dazu zuviel bzw. zuwenig Verantwortungsgef\u00fchl in einer Situation zu \u00fcbernehmen. Als Essential kam dabei heraus, dass man eigentlich immer das falsche macht. Alles was man f\u00fcr den\/die Betroffenen tut ist eher nachteilig.<\/p>\n<p>Die Angeh\u00f6rigen bef\u00e4nden sich zeitweilig mit der Stimmung von \u201eMitkrisenschaft\u201c. Das Thema Betreuung kam zur Sprache und die gro\u00dfe Hilflosigkeit und Angst, wenn Betreuung aus strukturtechnischen Gr\u00fcnden (gleichzeitiger Urlaub von Betreuer\/in und Vertreter\/In) nicht mehr stattfinden kann und das der betroffene Angeh\u00f6rige aus Krankheitsuneinsichtigkeit die Medikation absetzt u. \u00e4.; Betreuer\/Innen sollten Vertrauenspersonen sein, die vertrauenvolle Beziehung zu ihm\/ihr ist bedeutsam. Als Position kam auch heraus, dass viel Druck oftmals das Gegenteil bewirkt und man den Betroffenen den Platz zu eigener Entscheidung zugestehen sollte. Dabei sollte man sich gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig an sich selbst orientieren. Es spiegelten sich Bef\u00fcrchtungen, Sorgen, \u00c4ngste Rat- und Hilflosigkeit im Seminar wieder, es k\u00f6nnte erneut zu einer Krise den Betroffenen Angeh\u00f6rigen kommen.<\/p>\n<p>Thematisiert wurde diesbez\u00fcglich, ab wann die eigene Angst den Betroffenen verr\u00fcckt macht. Herr Dr. Dereycke gibt zu bedenken, dass die Angst ein berechtigtes Gef\u00fchl ist. Alle aufkommenden Gef\u00fchle h\u00e4tten Berechtigung. Man steht jedoch relativ allein damit dar. Die Angst kann mit unterschiedlichen Methoden beschwichtigt werde. Wo f\u00e4ngt die Verantwortung f\u00fcr das eigene Handeln gegen\u00fcber der krisenlnden Person an? Deutlich wurde, welche Schwierigkeiten z. B. Angeh\u00f6rige haben, ihre Grenzen zu erkennen, auszuhalten und die Grenzen des Anderen wahrzunehmen und zu respektieren. Die Problematik stellte sich sehr deutlich auf unterschiedlichen Ebenen dar.<\/p>\n<p><b>2. Die Kartenabfrage wurde durchgef\u00fchrt<\/b><\/p>\n<p>Auf den <b>gr\u00fcnen Karten<\/b> sollen die <b>Erfahrungen<\/b> (Was hat Ihnen schon einmal geholfen?)<\/p>\n<p>Auf den <b>lila Karten<\/b> sollen die <b>W\u00fcnsche<\/b> ( Was fehlte Ihnen in der Krise?) aufgeschrieben werde<\/p>\n<p>Das Material wird verteilt und es ist gen\u00fcgend Zeit, zum \u00fcberlegen und schreiben.<\/p>\n<p>Die Karten werden vorgelesen und in die Raummitte um die Schilder \u201eErfahrungen\u201c und \u201eW\u00fcnsche\u201c drapiert.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Danach wird eine zehnmin\u00fctige Pause gemacht.<\/p>\n<p>Nach der Pause in den letzten 25 Min. werden aufkommende Eindr\u00fccke und Fragen bearbeitet. Die Moderatorin versucht nochmals das Wichtigste an dem intensiven Seminar darzustellen.<\/p>\n<p>Es wird seitens einiger Teilnehmer\/Innen der Wunsch ge\u00e4u\u00dfert die Karten nochmals inhaltlich dar zu stellen. Ich sage zu, beim n\u00e4chsten Psychoseseminar die inhaltliche Auflistung der Karten spiegelstrichm\u00e4\u00dfig festgehalten, auszulegen (Protokoll Seite 2). Zuletzt wird die Information \u00fcber die sich neu gr\u00fcndende Selbsthilfegruppe f\u00fcr Angeh\u00f6rige psychisch erkrankter Erwachsener) gegeben und der Stand er\u00f6rtert.<\/p>\n<p>Verabschiedung und Hinweis auf die n\u00e4chste Veranstaltung ggf. mit Herrn Dr. Knauer<\/p>\n<p><b>Lila Karten (W\u00fcnsche)<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Wunsch (Vater) Krankeneinsicht als Vorraussetzung selbst helfen zu k\u00f6nnen<\/li>\n<li>Mehr Anlaufstellen und Unterst\u00fctzung von Fachleuten<\/li>\n<li>Es h\u00e4tte uns als Eltern geholfen, als die Psychose unseres Sohnes auftrat, dass man nicht von Beamten und \u00c4rzten gesagt bekommt, jeder h\u00e4tte das Recht darauf krank zu sein, obwohl unser Sohn von Selbstmord sprach und verbal sehr aggressiv wurde.<\/li>\n<li>Mehr Hilfe und nicht so viel Absagen<\/li>\n<li>Krisenberatung die hilft, die eigenen Wege zu finden.<\/li>\n<li>Das ich allein zu Hause sein kann<\/li>\n<li>Das ich meine Ruhe habe<\/li>\n<li>Das ich ruhig bleibe<\/li>\n<li>Das ich meine Gedanken geordnet kriege<\/li>\n<li>\u201eein Freund, einguter Freund\u201c<\/li>\n<li>ein anderer Mensch, der zu uns (Eltern) eine vertrauensvolle gute Beziehung hat, um mir das Gef\u00fchl zu nehmen, ich w\u00e4re die einzige Person, die in der Krise helfen k\u00f6nne<\/li>\n<li>Medikamente, die helfen<\/li>\n<li>Wenn jemand ganz meiner Meinung ist (Verst\u00e4ndnis)<\/li>\n<li>Einen Krisendienst f\u00fcr Stadt und Kreis D\u00fcren<\/li>\n<li>Freunde, die zu einem stehen und Verst\u00e4ndnis haben;<\/li>\n<li>Freunde<\/li>\n<li>Weniger Druck von Au\u00dfen, die Situation meistern zu m\u00fcssen<\/li>\n<li>(unbeteiligter) Ansprechpartner, rasch erreichbar mit Zeit, der evtl. auch kurzzeitig handelt<\/li>\n<li>Die Akzeptanz der Situation von anderen insbesondere von Familie und Therapeut<\/li>\n<li>Notruf f\u00fcr psychische Krisensituationen<\/li>\n<li>Gespr\u00e4che<\/li>\n<li>Austausch\/Information, wie sind andere mit einer \u00e4hnlichen Situation umgegangen?!<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Gr\u00fcne Karten (Erfahrungen)<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>gute Freunde, denen man vertrauen kann, sind in der Krise eine gro\u00dfe Hilfe<\/li>\n<li>in einer \u201eAuszeit\u201c h\u00f6rt jemand zu und nimmt die Probleme ernst<\/li>\n<li>Gespr\u00e4che \u00fcber die Situation mit einer Vertrauensperson<\/li>\n<li>Telefonat \u00fcber die Situation<\/li>\n<li>N\u00e4he im Respekt<\/li>\n<li>Austausch\/Informationen: Wie sind andere in einer \u00e4hnlichen Situation mit dieser Krise umgegangen!?<\/li>\n<li>Eigene Wege gehen und finden<\/li>\n<li>Behandlungsvereinbarungen treffen vor der Krise mit Arzt; Klinik usw.<\/li>\n<li>Fernsehen gucken hat`s gebracht (Sport-Programme)<\/li>\n<li>Tavor hat die Krise abgefedert<\/li>\n<li>Ich war jedes Mal auf mich alleine gestellt war \u00fcberfordert<\/li>\n<li>Gute Freunde, denen man vertraut, sind in der Krise eine gro\u00dfe Hilfe<\/li>\n<li>Notruf f\u00fcr psychische Krisensituationen<\/li>\n<li>Gespr\u00e4che<\/li>\n<li>viele Freundschaften gehen in der Krise kaputt und lassen sich danach nicht mehr kitten<\/li>\n<li>Ruhe bewahren \u2013 Situation genau betrachten \u2013 Partner einbeziehen &#8211; handeln<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll des Psychoseseminars vom 15.10.2003 Anwesend 16 Personen, Gastarzt aus der RLK DN Herr Dr. Dereycke, Fr. Dr. Knittel; Nach der Begr\u00fc\u00dfung ging es darum zu eruieren, welche Erfahrungen jemand mit \u201eKrise\u201cgemacht hat. 1. Es kam themenbezogen zu lebhaften und interessanten Schilderungen. 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